In der Woche vom 14.-18.06.2021 nahmen alle 10. Klassen an jeweils einer Exkursion zur Stasi-Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden teil. Die Führungen wurden von Zeitzeugen durchgeführt, die die Auswirkungen des Überwachungsapparats des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) persönlich zu spüren bekommen haben. Dadurch bekamen die historischen Ereignisse eine persönliche Dimension und wurden für die Schüler*innen besonders anschaulich. So zum Beispiel für die Klasse 10/2 am 17.06.2021 durch den Zeitzeugen Herrn Jürgen Gottschalk. Er führte uns durchs Haus und erklärte die wechselhafte Geschichte vom sowjetischen Kellergefängnis zur Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Dabei ging er detailliert auf die Verfahrensweise der Stasi von der meist konspirativen Verhaftung, über die Aufnahme in die Haftanstalt und die unmenschlichen Haftbedingungen ein. Durch seine persönliche Geschichte, die maßgeblich von der Inhaftierung durch die Stasi beeinflusst war, wurden die Dimensionen dieses Unrechts auf beklemmende Art und Weise spürbar. Durch die stetige Rückkehr an den Ort, an dem seine Künstler-Biografie Mitte der 1980er Jahre radikal gebrochen wurde, arbeitet er gemeinsam mit Interessierten seine eigenen Erfahrungen und die unzähliger weiterer Menschen mit dem Stasi-Apparat auf. Außerdem hofft der Zeitzeuge Jürgen Gottschalk damit einen Beitrag leisten zu können, aus diesem Kapitel der jüngeren Vergangenheit zu lernen, sodass sich dieses Unrecht nicht wiederholen kann.

Stefan Blankenhagen

-verantwortlicher Geschichtslehrer-