China – Eine eindrucksvolle Reise

Unsere Reise nahm ihren Anfang am 14.10.2018 am Flughafen Dresden. Das war also der Punkt, an dem es ernst wurde und es endlich losgehen sollte, worauf wir uns lange schon gefreut und auch vorbereitet hatten. Besonders als wir am Flughafen unsere Pässe mit dem chinesischen Visum erhielten, steigerte das die Aufregung noch einmal. Nach ordentlicher Verabschiedung von Eltern und Geschwistern traten wir unseren Flug nach China an. Es ging von Dresden nach München weiter nach Peking und schließlich bis nach Hefei. Als wir in Peking landeten, war es noch etwas unwirklich, aus dem Flugzeug zu steigen und nun in China zu stehen. Am Flughafen in Peking mussten wir als erstes alle unsre Fingerabdrücke überprüfen lassen und auch sonst folgten noch unzählige Kontrollen. Zu China gehört eben auch ein ständiges Verlangen nach Sicherheit, was wir auch später noch oft merken werden sollten. Wir durften alle unsere Reise nach Hefei fortsetzen.

Wir waren nun schon 22 Stunden unterwegs, als wir in Hefei landeten und endlich im Hotel mit dem schuleigenen Bus ankamen. Dort durften wir uns erst einmal frisch machen, da die lange Reise bei allen ihre Spuren hinterlassen hatte. Seit unserer Landung war die Spannung deutlich größer geworden, da wir nun gleich bei einem gemeinsamen Abendessen im Hotel unsere Gastschüler kennenlernen sollten. Beim Essen wurden erste vorsichtige und neugierige Gespräche geführt und mindestens genauso neugierig und vorsichtig das exotische Essen probiert. Viele der Gastschüler stellten sich mit selbstgewählten englischen Namen vor, um es uns einfacher zu machen. Wir waren anfänglich erstaunt, da wir gedacht hätten, die chinesischen Schüler könnten besser Englisch, dennoch konnten wir uns gut verständigen. Danach ging jeder mit seinem Gastschüler oder seiner Gastschülerin in die Gastfamilie und für viele auch bald ins Bett.

Am nächsten Morgen hieß es dann um sechs früh aufstehen. Mein Frühstück war warm und bestand aus einer Art Suppe und kleinen chinesischen Hefeklößen, die sich Baozi nennen. In unserer Partnerschule angekommen, tauschten wir uns als erstes über unsere erste Nacht aus. Dabei fiel auf, dass die Betten meistens keine Matratze haben, aber wir dennoch alle gut geschlafen haben. Anschließend trafen wir den Direktor der Schule und übergaben unser Gastgeschenke. Wir bekamen eine Führung durch die Schule, was sehr interessant war, da dort 7000 Schüler lernen. Dabei besuchten wir auch den Raum mit Ausstellungsstücken der Schule, in dem wir auch Bilder vom vorausgegangenen Herderanern fanden. Nach unserer Führung hatten wir eine Kaligraphiestunde, bei der uns Schüler die Kunst der Schriftzeichen näherbrachten. Das gelang den einen mehr, den anderen weniger. Am Nachmittag fuhren wir als deutsche Gruppe in das Jadetal und gingen dort spazieren. Am Abend blieben wir dort und gingen im Restaurant essen, da wir von dort am nächsten Tag in das Gelbe Gebirge fuhren.

Nach der Nacht im Hotel fuhren wir mit dem Bus zur Liftstation, um schließlich im Gebirge zu wandern. Schon beim Anstehen für den Bus und den Lift merkten wir: es wird kein entspanntes Wandern, sondern sehr kuschlig. Und es wurde kuschlig und laut! Trotzdem hatten wir einen sehr schönen Blick und fanden auch eine ruhige Ecke, um das Ganze zu genießen. Den Abend verbrachten wir dann wieder in Hefei mit unseren Familien ganz individuell.

Der nächste Tag startete wieder früh in der Schule, da an diesem Tag das Sportfest stattfand. Wir waren gespannt, denn wir hatten vorher viel Lustiges darüber gehört. Für die Eröffnung zogen alle Klassen mit lustigen Kostümen und eigenen Performances in das Stadion ein. Dabei wurde Marschmusik gespielt und anschließend wurde die chinesische Flagge gehisst. Für uns war das komplett neu. Anschließend spielten wir auf dem Schulhof gegen chinesische Schüler Volleyball. Auf dem Schulhof wurden wir immer viel angestarrt und oft nach Fotos gefragt, da in China Europäer als besonders schön und exotisch empfunden werden. Wir bekamen einen Einblick in das Dorminatory, also die Schlafräume der Schüler und versuchten grundlegende chinesische Sätze zu lernen. Am Nachmittag besuchten wir mit unseren Gastschülern ein traditionelles Dorf mit vielen kleinen Läden. Hier konnten wir unter anderem ganz verschiedene Süßigkeiten probieren. Am Abend waren einige noch Hot Pot essen mit teilweise sehr speziellen Zutaten.

An unserem letzten Tag in Hefei besuchten wir das Nationalmuseum in der Stadt, begleitet von drei Schülern, die letztes Mal mit in Deutschland waren. Danach besuchten wir noch eine Park- bzw. Waldanlage.

Am nächsten Morgen wurde sehr emotional Abschied von einander genommen und anschließend ging es zum Flughafen. Wir hatten einen guten Flug nach Peking und wurden dort am Flughafen von unserem deutschsprachigen Reiseführer abgeholt. Mit ihm ging es zu unserem Hotel direkt im Zentrum von Peking.

An unserem ersten Tag in Peking liefen wir zum Platz des himmlischen Friedens, auf dem sehr viele Menschen vor dem Mausoleum von Mao Zedong warteten. Wir überquerten den Platz und gingen von dort in den Kaiserpalast, auch Verbotene Stadt genannt. Dazu liefen wir durch ein Tor mit einem großen Mao-Bild. Anschließend guckten wir uns auch noch den Himmelstempel an. Beide Gebäude sind wirklich sehr schön und toll gebaut. Im Park um den Himmelstempel war die Luft auch angenehmer, da man sonst die Luftverschmutzung beim Atmen merken konnte. Am Abend besuchten wir noch ein Theater und sahen eine eindrucksvolle Kung-Fu Show. Danach hatten wir in der Nähe des Hotels noch Freizeit in der Stadt.

Am nächsten Morgen ging es für uns an die Chinesische Mauer. Dazu fuhren wir ein ganzes Stück, aber das hatte den Vorteil, dass wir fast alleine auf der Mauer waren. Ein besonderer Moment war das Picknick auf der Mauer, bei dem jeder etwas beisteuerte. Anschließend liefen wir noch etwas auf der Mauer entlang und genossen den Ausblick und dieses tolle Gefühl, auf diesem berühmten Wahrzeichen zu stehen.

An unserem letzten Tag besuchten wir den Sommerpalast und danach noch eine Shoppingmeile. An diesem Tag war die Luft sehr gut, da über Nacht Wind aufgekommen war. Auf der Shoppingmeile befand sich auch ein Straßenmarkt mit sehr exotischem Essen, so gab es dort z.B. Skorpion. Für unser Abschlussessen waren wir Nudeln essen. Dort sprachen wir über das Erlebte und kamen letztendlich zum dem Schluss, dass man die Reise nur mit sehr eindrucksvoll, positiv und negativ gesehen, beschreiben kann.

Das war es also und nun ging es wieder nach Hause. Im Flugzeug gab es das erste Mal wieder deutsches Essen und sehr müde und deutlich geschafft erreichten wir am 24.10.2018 Dresden.

Was bleibt, war noch etwas Jetlag und unzählige Eindrücke und Erinnerungen an zehn tolle Tage in einem so anderen Land und eine gute Freundschaft mit unserer Partnerschule und deren Schülern in Hefei.

von Konstantin Leonhardi